Biographie

Ich wurde im Jahr 1943 in Maçka/Trabzon geboren und besuchte die Volksschule im Dorf Sarıkaya, die Mittelschule in Tercan, und legte im Jahre 1964 mein Abitur am Gymnasium in Erzincan ab. Weihnachten 1964 kam ich nach Deutschland, erlernte hier in den Jahren 1966-1967 die deutsche Sprache und erlangte in der Universität Hamburg (Studienkolleg) die deutsche Hochschulreife.

Von Oktober 1967 bis Mai 1976 studierte ich an der Freien Universität in Berlin das Fach Politikwissenschaften und promovierte in Politik- und Wirtschaftswissenschaften zum Dr. rer. pol.

Nach meiner Rückkehr in die Türkei im Jahre 1977 beschäftigte ich mich mit Studien über die wirtschaftliche Entwicklung der Türkei. 1979 war ich Planungsberater im Stab des türkischen Ministerpräsidenten Bülent Ecevit.

Anfang Januar 1980 kehrte ich aus politischen Gründen nach Deutschland zurück. Ab Mai arbeitete ich als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege Berlin und beriet den Innensenator Peter Ulrich in Ausländerfragen.

Von September 1982 bis zur Übernahme meines Bundestagsmandats im Oktober 2005 lehrte und forschte ich als Professor für Politikwissenschaft und Migrationspolitik im Fachbereich Sozialpädagogik an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (Hamburg University of Applied Sciences).

Im Februar 1993 bekam ich die deutsche Staatsbürgerschaft.

Bundesweit als erster türkischstämmiger Abgeordneter war ich von September 1993 bis September 1997 Mitglied der Hamburger Bürgerschaft. Eine weitere Kandidatur habe ich damals nicht angestrebt. Meine Begründung ist unter „Hamburger Bürgerschaft“ zu lesen.

Am 18. September 2005 wurde ich in den Deutschen Bundestag gewählt. Für die Fraktion DIE LINKE war ich ordentliches Mitglied im Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union und Mitglied der Verteidigung sowie stellvertretendes Mitglied im Innenausschuss des Deutschen Bundestages. Zugleich war ich Mitglied des Europarates. Des Weiteren hat mich die Fraktion DIE LINKE zu ihrem EU-Erweiterungsbeauftragten gewählt. Für eine weitere Kandidatur habe ich mich nicht beworben.

In den Jahren 1968 bis 1971 war ich Vorsitzender der „Türkischen Studentenföderation in Deutschland“ (ATÖF) und habe in der Studentenbewegung in Deutschland aktiv mitgewirkt. Wegen meiner Kritik an den Zuständen in der Türkei wurde mir 1970 und 1971 die türkische Staatsbürgerschaft von Regierungen der Türkei entzogen. Dagegen fanden internationale Proteste statt. Bei meinen Klagen beim zuständigen Gericht in Ankara erhielt ich beide Male die türkische Staatsbürgerschaft zurück.

In den Jahren 1972 bis 1977 gehörte ich zu den Mitbegründern der „Föderation der Volksvereine Türkischer Sozialdemokraten“ (HDF).

Von März 1986 bis Mai 1998 war ich Vorsitzender des „Bündnisses Türkischer Einwanderer Hamburg“. Eine Vereinigung, die ich auch mitgegründet habe und die heute den Namen „Türkische Gemeinde Hamburg und Umgebung (TGH)“ trägt.

Ich war auch Mitbegründer der im Jahre 1995 ins Leben gerufenen „Türkischen Gemeinde in Deutschland (TGD)“, ein Interessenverband der Deutschland-Türken mit über 230 Mitgliedsvereinen. Von Dezember 1995 bis Oktober 2005 vertrat ich die TGD als Bundesvorsitzender. Den TGD-Vorsitz habe ich mit meinem Einzug in den Bundestag aufgegeben und bin seitdem Ehrenvorsitzender der TGD.

In den Jahren 2004 bis 2006 war ich Mitglied des Stiftungsrates „Bürgerstiftung Hamburg“. Seit 2004 bin ich Mitglied des „Integrationsrates“ der Freien und Hansestadt Hamburg und des Kuratoriums der Landesinitiative „Hamburg engagiert sich“.

Mit den Themen Migration und Integration sowie den politischen und sozialen Entwicklungen in der Türkei beschäftigte ich mich wissenschaftlich seit meiner Studienzeit. Eine Auswahl meiner wichtigsten Publikationen finden Sie unter Veröffentlichungen.