Vision

Aufgewachsen in der Osttürkei, wurde ich schon früh sensibilisiert für die große Bedeutung sozialer und ökonomischer Einflussfaktoren sowie für die Wichtigkeit gleicher Bildungschancen für alle Schichten der Bevölkerung.

Schon damals hatte ich mir fest vorgenommen, mich mit meiner ganzen Kraft und Entschlossenheit für soziale Gerechtigkeit und für die Respektierung der Würde eines jeden Menschen – unbeschadet seines sozialen Standes, seiner ethnischen Herkunft, nationalen und religiösen Zugehörigkeit oder Hautfarbe – einzusetzen.

Zur Verwirklichung dieser beiden Ziele – vor allem in meiner neuen Heimat Deutschland, aber auch überall in der Welt – meinen bestmöglichen Beitrag zu leisten, ist über all die Jahre meine Intention geblieben.

Heute erleben wir nicht nur in den Entwicklungs- und Schwellenländern, sondern auch in den postindustriellen Gesellschaften eine zunehmende Polarisierung von Arm und Reich und von höheren und niedrigeren Einkommensgruppen. Eine seit Jahrzehnten andauernde Umverteilungspolitik von unten nach oben begünstigt diese beängstigende und sozial ungerechte Entwicklung, zu deren Benachteiligten auch und vor allem die kulturellen Minderheiten Deutschlands gehören.

Der Sozialstaat – unumstößlich im Grundgesetz verankert – und die große Idee, sozialgerechte Verhältnisse in Deutschland zu schaffen, werden von gewissen politischen Kräften als nicht mehr zeitgemäß betrachtet. Der Sozialstaat als zivilisatorische Errungenschaft Europas wird zunehmend angegriffen und ist heute akut bedroht.

Mein nunmehr über 30 Jahre andauerndes ehrenamtliches und berufliches Engagement für rechtliche, politische, soziale und kulturelle Gleichstellung und Gleichbehandlung der in Deutschland dauerhaft lebenden kulturellen Minderheiten basiert vor allem auf dieser Vision.

Vor diesem Hintergrund bleibt die durch die Erlebnisse in meiner Kindheit geprägte Vision der sozialen Gerechtigkeit gerade heute und auch in Deutschland unvermindert aktuell.